Goethe-Gesellschaft im
LETTL-Museum

Wolfgang Lettl, Die italienische Reise des Adam Goethe (1982)

Goethes Werther ein Psycho­path?

Auguste Stolberg soll helfen.

Ein Vortrag von: Prof. Dr. Helmut Koopmann

Goethes Werther ist oft als Geschichte einer verfehlten Beziehung gelesen worden. Aber die unglückliche Liebesaffäre ist nicht Ursache einer inneren Zerstörung Werthers, sondern Teilstück einer seelischen Entgleisung, die ganz andere Gründe hat.

Die Psychiatrie erkennt in Werthers Geschichte eine affektive Psychose bis hin zur Autoaggression. Die Diskussion über die Ursachen einer so tiefreichenden emotionalen Störung ist offen: es gibt mehrere kontroverse Erklärungen.

Diskutiert wird heute vor allem die These der endogenen Depression.

Natürlich ist Werther ein wenig auch Goethe selbst. Der bringt sich nicht um, sondern sucht sich durch ein neues Liebesabenteuer zu befreien: in der Beziehung zu Auguste zu Stolberg. Doch Werther lässt ihn nicht los; Goethes Briefe an die Gräfin lassen sich lesen als eine Fortsetzung seines Romans – und als Ausdruck einer immer noch nicht bewältigten Lebenssituation.

Weitere Informationen zur Goethe-Gesellschaft finden Sie unter: www.goethegesellschaft-augsburg.de